
Die Beschäftigung mit dem Tod fällt uns in der sogenannten westlichen Zivilisation äußerst schwer.
Dabei wird jeder von uns früher oder später unweigerlich mit diesem Thema konfrontiert. Ein Elternteil hat eine Krebsdiagnose bekommen oder der Opa muss ins Pflegeheim.
Sie möchten helfen, suchen nach Lösungen und Ansätzen, wollen aber die Angst über einen bevorstehenden Tod nicht zeigen.
Weder in der Schule noch sonst irgendwo lernen oder üben wir einen strukturierten und gelassenen Umgang mit dem Lebensende. Dies habe ich während der vergangenen Jahrzehnte bei meiner Arbeit als Trauerredner immer wieder festgestellt – und deswegen das Konzept >abschiedsbriefing< entwickelt – zunächst im Hinblick auf diverse Szenarien zu meinem eigenen Tod.
Mithilfe von Wortanalysen und Wortschöpfungen konnte ich Klarheit in die Welt der Gedanken bringen, konnte unmodern gewordene Begriffe wie >Gelassenheit< und >Genügsamkeit< neu aufleben lassen. Und auch anderen Menschen konnte ich bereits etliche Male wertvolle Impulse geben.
Abschieds-Briefing mit dem Ziel, offen über Ängste und Perspektiven zu sprechen, individuelle Szenarien und Pläne zu schmieden, um das Sterben und den Tod in den Alltag zurück zu holen – ihm damit ein ganzes Stück von seiner Bedrohlichkeit weg zu nehmen.
Buch >abschiedsbriefing<

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Als Ringbuch im Buchhandel unter
ISBN: 978-3-756543-17-5
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Aufgrund der Reflexionen zu meinem mehrfach erfüllten Leben kann ich mit anderen Menschen auf eine gedankliche Reise gehen, die am Ende mehr Gelassenheit
im Umgang mit dem Sterben in sich trägt.
In einem sozialen und kulturellen Umfeld, in dem der letzte Lebensabschnitt und der Tod in die Bereiche "Pflege, Hospiz, Palliativ und Friedhof"
ausgelagert sind, ist ein offenes Gespräch über individuelle Vorstellungen zum Abschied
oft nur schwer möglich.
Im Gegensatz zu einem Trauerbegleiter, der den Angehörigen nach dem Tod eines lieben Menschen Perspektiven eröffnet, biete ich eine Abschieds-Beratung vor dem Tod an. Hintergrund sind meine eigenen Vorstellungen von einem würdevollen Wunschtod.
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Definitionen im Bereich des Themas >Suizid, Selbstmord, Selbsttötung, Freitod, sanftes Lebensende<
In der Debatte über das Thema Suizid/Freitod/Selbstmord tauchen die unterschiedlichsten Begriffe auf, die bisher zu einer gewissen Verwirrung im Gespräch mit anderen geführt haben. Im Rahmen der Tagung in der Evangelischen Akademie Tutzing mit dem Titel „Wer soll´s machen?“ (09. und 10. November 2023) wies beispielsweise eine Referentin darauf hin, dass Suizid-Prävention und Suizid-Assistenz durchaus miteinander vereinbar wären. Damit hatte sie auch recht, aber es war für die Tagungs-Teilnehmer nicht sofort und nicht gleichermaßen nachvollziehbar. Grund dafür ist meiner Ansicht nach eine fehlende Differenzierung bei der Benennung der unterschiedlichen Arten der Selbsttötung. Daher habe ich beschlossen, für mich selbst eine solche sprachliche Differenzierung zu erstellen.
In der folgenden Grafik trenne ich nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich zwischen dem sanften, friedlichen und selbstbestimmten Freitod oder Wunschtod (links) und dem gewaltsamen, oft blutigen und grausamen Selbstmord (rechts):
Dabei war es mir wichtig, dem sanften, gelassenen und friedlichen Lebensende auch sanft klingende Worte zu geben – und bei den brutalen Variationen der gewaltsamen Selbsttötung durchaus das Wort Selbstmord zu verwenden.
Auf diese Weise kann es nicht mehr zu Deutungsverwechslungen oder Missverständnissen kommen und es wird klar, dass ein assistierter Freitod sogar in den Beratungs-Katalog einer Selbstmord-Prävention gehören kann bzw. sollte.
Begriffe wie >Selbsttötung< und >Suizid< habe ich aus meinem aktiven Wortschatz gestrichen, da sie zu indifferent sind.
Ich werde auch keine Substantive mehr anwenden:
– die in den Medien auftauchenden *Selbstmörder* oder die *Suizidentinnen* nenne ich **Personen, die sich aufgrund extremen Leidensdrucks nicht anders zu helfen wussten, als mehr oder weniger überstürzt einen Selbstmord zu begehen**,
- und da es für folgende Personengruppe noch keine positiv besetzten Begriffe gibt, nenne ich sie **Personen, die sich nach reiflicher Überlegung entschlossen haben, einen sanften, assistierten Freitod zu wählen**.
Es erscheint mir sinnvoll, lieber ein paar Worte mehr in den Mund zu nehmen, um klar zu machen, was eigentlich gemeint ist. Damit distanzierte ich mich bewusst von der Unart, nachgeplapperte Schlagworte zu benutzen und kreiere im Idealfall neue Begriffe – wie z.B. den **Wunschtod**, ein Wort, das nicht nur inhaltlich, sondern auch durch seinen milden Klang ausdrückt, dass sich eine bestimmte Person – aus welchen Gründen auch immer – ein vorzeitiges, aber sanftes Lebensende wünscht und dabei auf fachliche, medizinische Unterstützung angewiesen ist.
Darüber hinaus stelle ich mir vor, dass Mediziner, die sich theoretisch mit dem Gedanken an eine Freitod-Assistenz anfreunden können, bei einer derart sprachlichen Differenzierung nicht mehr befürchten müssen, dass sie „Beihilfe zum Mord“ gzu leisten, sondern sicher sein können, dass sie einem Antragsteller auf assistierten Freitod dabei helfen, ein unerträgliches oder sattes Leben auf sanfte Weise beenden zu dürfen.
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Meine persönliche Empfehlung für alles rund um das Thema Patientenschutz:

Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben